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Verhilft eine Spiegelvorauslösung zu schärferen Aufnahmen?Diese Frage werden wir im Folgenden für die Olympus E-400 und Olympus E-1 klären Vorbemerkung Vibrationen, die durch den Spiegelschlag des Klappspiegels einer Spiegelreflexkamera ausgelöst werden können, machen sich als Verwacklung und damit Unschärfe in den Aufnahmen bemerkbar. Dies gilt auch bei fester Montage der Kamera auf einem Stativ, da selbst Stative diesen ruckartigen Impuls nicht immer vollständig abdämpfen können. Der Verwacklungseffekt ist umso deutlicher zu beobachten, je größer die Brennweite des verwendeten Objektivs, bzw. je weiter entfernt das fokussierte Motiv ist. Dies gilt generell und ist bei Belichtungszeiten um 1/8 Sek. herum besonders gut zu beobachten. Bei sehr viel längeren (länger als 1 Sek.) oder deutlich kürzeren Belichtungszeiten (kürzer als 1/30 Sek.) sind die Auswirkungen des Spiegelschlags kaum noch zu beobachten. Um den möglichen Verwacklungen durch Spiegelschlag entgegenzuwirken, kann bei einigen Modellen eine sogenannte Spiegelvorauslösung (SVA) aktiviert werden. Ist diese aktiviert, wird der Klappspiegel nach dem Druck auf den Auslöser zunächst aus dem Strahlengang geklappt, der Verschluss der Kamera bleibt aber für eine meist einstellbare Anzahl von Sekunden noch geschlossen. Erst nach Ablauf dieser Zeit wird auch der Veschluss der Kamera für die Belichtung geöffnet und wieder geschlossen. Durch die Wartephase zwischen Auslösen bzw. Hochklappen des Spiegels und Öffnen des Verschlusses können die selbstverursachten Schwingungen abklingen. Eine scharfe Aufnahme wird möglich. Leider verfügt die Olympus E-400 zur Zeit nicht über solch eine zuschaltbare Option. Daher versuchen wir im Folgenden zu klären ob diese Funktion verzichtbar ist, oder nicht. Versuchsaufbau Zur Überprüfung wurden nacheinander jeweils eine Olympus E-400 und eine Olympus E-1 an einem 200 mm Teleobjektiv angesetzt, welches mittels Stativschelle auf einem als stabil bekannten Stativ (dem Manfrotto 055Pro) befestigt war. Um ein etwas weniger stabiles Stativ zu simulieren, wurde jedoch die Mittelsäule vollständig ausgezogen, so dass Kamera und Objektiv bereits durch leichte Erschütterungen in Schwingung versetzt wurden, was beim Blick durch den Sucher deutlich feststellbar war. Die Kameras wurden beide mit einem Fernauslöser ausgelöst um diese Quelle als Ursache für Verwacklungen auszuschliessen. In ca. 5 Metern Entfernung wurde ein Testmuster formatfüllend fokussiert. Dieses Testmuster enthält Elemente die geeignet sind zumindest die realtiven Schärfeunterschiede zwischen mehreren Aufnahmen abzuschätzen. Alle folgenden Aufnahmen davon wurden mit 1/8 sek. Belichtungszeit durchgeführt. Olympus E-1Die Olympus E-1 verfügt über eine im Menü einstellbare SVA, welche wir auf 2 Sek. eingestellt haben. Dann wurden mehrere Aufnahmen mit Spiegelvorauslösung und ohne Spiegelvorauslösung gemacht. Am Monitor wurden die Aufnahmen bei 100% Darstellung miteinander verglichen. Hier ein 1:1 Ausschnitt jeweils einer Aufnahme mit und ohne SVA: ![]() Wenn man die Maus über das Bild bewegt wird die Aufnahme ohne SVA deckungsgleich eingeblendet. Wie Sie selbst sehen können, ist der Unterschied zwischen beiden Aufnahmen marginal. Olympus E-400Die Olympus E-400 verfügt, wie bereits erwähnt, leider nicht über eine im Menü einstellbare SVA. Die Wirkungsweise einer SVA haben wir durch Einsatz eines Kompaktblitz und Verwendung von 1/180 sek. Belichtungzeit nachgeahmt. Es wurden ebenfalls mehrere Aufnahmen nach obigem Schema angefertigt und am Monitor bei 100% Darstellung miteinander verglichen. Hier ein 1:1 Ausschnitt jeweils einer Aufnahme mit Blitz und einer ohne SVA: ![]() Wenn man die Maus über das Bild bewegt wird die Aufnahme ohne SVA eingeblendet. Der Schärfeunterschied ist deutlich erkennbar. Die Aufnahme ohne Spiegelvorauslösung löst weniger Details auf, ist also unschärfer als die Aufnahme mit Blitz (simulierter SVA). FazitUnter der Annahme, dass uns keine entscheidenden Fehler im Versuchsaufbau, der Durchführung oder Auswertung passiert sind, kommen wir zu dem Schluss, dass die E-1 in der Lage ist auch ohne SVA annähernd gleich detaillierte Aufnahmen zu liefern wie mit SVA. Ihr Spiegelschlag ist anscheinend sehr gut gedämpft. Das günstigere Masseverhältnis zwischen schwerem Kameragehäuse und kleinem Klappspiegel beeinflusst das Verhalten zusätzlich positiv. Diese Beobachtung deckt sich mit Aufnahmen die wir bereits im Vorfeld mit der E-1 angefertigt hatten. Die zeitraubende SVA kann also bei der E-1 ohne dramatische Einbussen an Bildqualität vernachlässigt werden. Die E-400 hingegen könnte mit Hilfe einer Spiegelvorauslösung bei Aufnahmen im kritischen Zeitbereich detailiertere Aufnahmen liefern. Das lautere Spiegelschlagen läßt darauf schliessen, dass der Klappspiegelschlag nicht so effektiv gedämpft wird wie in der E-1. Das deutlich leichtere Kameragehäuse läßt sich dadurch anscheinend stärker in Schwingung versetzen. Schade, dass Olympus gerade diesem Modell anscheinend keine Option zur Spiegelvorauslösung mit in die Wiege gelget hat. Bleibt zu hoffen, dass mit einem kommenden Firmwareupdate Abhilfe geschaffen wird. Zurück zur Übersicht |
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